Montag, 6. Februar 2012
Titanic Ausstellung in Wiesbaden verlängert
Im Wiesbadener Marktkeller ankert seit dem 3.12.2009 erfolgreich die Titanic-Ausstellung. Jetzt wurde sie bis zum 1.8.2010 verlängert. Sie lädt dazu ein, selbst einmal Passagier auf dem feudalen Luxusliner zu werden.
Es war der 15. April 1912, 2.20 Uhr in der Nacht, als das zu dieser Zeit größte Schiff der Welt im eisigen Nordatlantik versank. In jener Nacht riss der Luxusliner über 1.500 Menschen in den Tod. Nur ungefähr 700 von über 2.200 Passagieren überlebten eines der tragischsten Schiffsunglücke des 20. Jahrhunderts – einer der vielen Gründe für das Bestehen des Mythos’ Titanic. Der Luxusliner wurde 1911 von der Werft Harland & Wolff Ltd. in Belfast für die Reederei White Star Line fertiggestellt. 15 Querschotten und 16 wasserdichten Abteilungen sollten für eine nie dagewesene Sicherheit des Schiffes sorgen: „Dieses Schiff ist unsinkbar! Selbst Gott könnte es nicht versenken“, lautete gar die in der Rückschau fatal überhebliche Einschätzung Thomas Andrews, des Chefkonstrukteurs der Titanic. Da die Reedereien zu Beginn des 20. Jahrhunderts starkem Wetteifern unterlagen, sollte die Jungfernfahrt ein spektakuläres Ereignis werden, um das Prestige der White Star Line zu steigern und New York, den Zielhafen, in Rekordzeit zu erreichen. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf Luxus und Komfort gelegt. Speziell in der ersten Klasse übertraf dieser alles bisher Gesehene, denn durch prächtige Säle, ein großes Promenadendeck und exklusive Menüs war die Titanic ein Schiff der Extraklasse. Die White Star Line setzte damit neue Maßstäbe im Reisekomfort. Und das nicht nur in der ersten Klasse: Die zweite Klasse konnte sich über den Standard einer sonstigen ersten Klasse freuen und auch die dritte Klasse war, für damalige Verhältnisse, ungewöhnlich gut und komfortabel eingerichtet – die große Zahl der nach Amerika Auswandernden war die sicherste Einnahmequelle für die Reedereien.
Dreiklassen-Rettung
Voller Hoffnung stach die Titanic schließlich am 10. April 1912 unter ihrem Kapitän Edward John Smith von Southampton, England, aus in See. Nach einem Stopp in Cherbourg, Frankreich, und einem zweiten Stopp in Queenstown, Irland, begann die Reise auf der für Passagierschiffe traditionellen Nordatlantikroute in Richtung New York. Trotz der eingehenden Eisbergwarnungen fuhr der Dampfer maximale Geschwindigkeit, man wollte rechtzeitig in New York ankommen. Das Schicksal nahm seinen Lauf, als die Titanic am 14. April gegen 23.40 Uhr mit einem Eisberg kollidierte. Bei der Evakuierung trat dann das unvorhergesehene Problem auf: Nicht für jeden der 2.200 Menschen an Bord war ein Platz in einem Rettungsboot vorhanden, da seit Baubeginn auf den Komfort der ersten Klasse geachtet wurde und zusätzliche Rettungsboote der Flaniermeile weichen mussten. Die Offiziere handelten bei der Evakuierung nach dem Grundsatz „Frauen und Kinder zuerst“. Weil sie der Rettungsbootkapazität nicht vertrauten, besetzten sie viele Boote nur zur Hälfte, was zu der immens hohen Opferzahl führte. Hinzu kam, dass die Passagiere der dritten Klasse so gut wie keine Chance auf einen Platz in einem lebensrettenden Boot hatten, da die erste und zweite Klasse bevorzugt behandelt wurden. Nachdem das Schiff entzweigebrochen und endgültig versunken war, mussten die Menschen, die keinen Platz im Rettungsboot ergattern konnten, im eisigen Wasser des Nordatlantiks um ihr Leben kämpfen. Die meisten starben jedoch an Unterkühlung. Erst vier Stunden später erreichte die Carpathia, das nächstgelegene Schiff in der Umgebung der Titanic, den Unglücksort – zu spät für die Menschen im kalten Wasser.
Ein Untergang mit Folgen
Als Folge der Tragödie wurden zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit auf See getroffen. Diese umfassten die ausreichende Ausstattung mit Plätzen in Rettungsbooten für jeden Passagier, die Errichtung der internationalen Eispatrouille sowie der Abschluss des ersten internationalen Übereinkommens zum Schutze des menschlichen Lebens auf See in London 1913. Nach dem Untergang entwickelten sich viele Legenden um das Unglück. Viele sich an Bord befindliche Persönlichkeiten waren sehr bekannt und reich – die Erben der durch lukrative Immobilieneinkäufe in New York zu Reichtum gelangten Unternehmerfamilien Straus und Astor sowie viele andere prominente Mitglieder bedeutender amerikanischer, britischer und europäischer Familien. Es wurde viel über das Geschehen, die Überlebenden und die Toten spekuliert. Diese Legenden und Spekulationen, um das, was wirklich in der Nacht geschehen ist, halten die Geschichte der Titanic stets präsent in den Köpfen der Menschen – bis heute.
Anlegeplatz Wiesbadener Marktkeller
Die Ausstellung im Wiesbadener Marktkeller lässt den Mythos der Titanic noch einmal aufleben. Durch geborgene Artefakte, Geschichten der Passagiere an Bord und detailgetreue Nachbauten im Maßstab 1:1 können die Besucher selbst einmal Passagier auf dem größten Luxusliner der Welt sein. In Zusammenarbeit mit C.G. Wetterholm, einem der renommiertesten Titanic-Experten weltweit, entstand eine emotionale Dokumentation der Geschichte der Titanic. Der Besucher erfährt alles: Von den ersten Entwürfen über den Stapellauf bis hin zur Unglücksnacht. Mehr als 150 Objekte, die größte Sammlung von Privatgegenständen überhaupt, geben persönliche Einblicke in das Leben an Bord.
Die 90-minütige Audioführung vermittelt dem Besucher Hintergrund-informationen rund um das Schiff. Diese wird in acht Sprachen angeboten, die deutsche ist von dem Schauspieler Sky Du Mont besprochen. Sechs Monate ankert die Titanic im Wiesbadener Marktkeller, genügend Zeit für Jedermann, dem Mythos Titanic selbst auf die Spur zu gehen.
Sechs Monate ankert die Titanic im Wiesbadener Marktkeller, genügend Zeit für Jedermann, dem Mythos Titanic selbst auf die Spur zu gehen.
Seit über sechs Monaten residiert die Titanic-Ausstellung nun schon in Wiesbaden – mit großem Erfolg. Vier Wochen nach Eröffnung glänzte die Ausstellung bereits mit 12.000 Besuchern und nach den geplanten sechs Monaten Laufzeit waren es schon 70.000. Das veranlasste die Organisatoren dazu, den Event zu verlängern. Bis zum 1. August 2010 wird die Ausstellung noch in Wiesbaden ankern. Auch weiterhin wird die Ausstellung von speziellen Angeboten begleitet, unter anderem einer „Titanic Tea Time“ oder der „White Star Lounge“, die im naheliegenden Restaurant Lumen aufgebaut wurde. Dazu gibt es Titanic-Filmvorführungen, Vorträge und Titanic-Dinner mit Originalgerichten.
Titanic – Die Ausstellung
Adresse:
Marktkeller
Marktplatz 2-4
65183 Wiesbaden
Öffnungszeiten:
Täglich von 10.00 – 19.00 Uhr
Auch an Sonn- und Feiertagen
Eintrittspreise:
Erwachsene: 13 Euro
Ermäßigt: 9 Euro
Kartenvorverkauf:
Wiesbaden Tourist Information
Marktplatz 1, 65183 Wiesbaden
Tel: 06 11 / 17 29-930
Redaktion: Stefanie Grimm
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