Studie zu Lebensmittelqualität und Verbrauchervertrauen
Jetzt hat die Lebensmittelindustrie den Salat: Nach zahlreichen Skandalen und Mogelpackungen mit Erdbeerjoghurt in dem nicht der Hauch einer Erdbeere enthalten ist oder Käse, der kein Käse ist, haben die Verbraucher ihr Vertrauen in die Nahrungsindustrie nahezu verloren. Das ergab eine Verbraucherstudie des Allenbach-Instituts, beauftragt von SGS Fresenius.
Repräsentativ befragt wurden für die Studie im Mai 2010 insgesamt 1827 Bundesbürger ab 16 Jahren. Das Ergebnis: Nur 9 Prozent vertrauen in die Angaben der Lebensmittelindustrie, was nur noch von der Politik unterboten wird, die mit 5 Prozent ähnlich schlecht abschnitt. Mehr Glauben schenken die Verbraucher unabhängigen Institutionen wie der Stiftung Warentest oder Empfehlungen aus dem Familien- und Freundeskreis.
Besonders große Angst hatten die Befragten vor Mogelpackungen und gentechnisch veränderten Lebensmitteln. 55 Prozent der Befragten machen sich hierüber Gedanken. 48 Prozent der Bürger befürchten zudem, dass auf den Verpackungen wichtige Angaben nur versteckt oder gar nicht zu finden sind. Drei Viertel der Befragten gaben an, dass sie anhand der Verpackungsangaben nicht beurteilen können, ob ein Lebensmittel gesund ist (75 Prozent) beziehungsweise ob es für Kinder geeignet ist (71 Prozent).
Allerdings ging aus der Studie auch hervor, dass Verbraucher teilweise paradoxe Ansprüche an die konsumierten Lebensmittel stellen: Sie sollen qualitativ hochwertig und frisch sein – aber auch möglichst günstig. Kriterien, die nur schwer zu erfüllen sind. Dennoch: das Ergebnis ist ein Alarmsignal für die Lebensmittelindustrie endlich Transparenz zu schaffen, damit die Verbraucher wieder Vertrauen fassen – ansonsten könnten die Käufer bald ausbleiben.
Redaktion: Kerstin Petry
