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Prima Klimakonzept für Alzey

Deutschland hat 2007 mit seinem Energie- und Klimakonzept hehre Ziele formuliert, die zur Rettung des Klimas beitragen sollen: Bis 2020 soll der CO2-Ausstoß um 40 Prozent gesenkt werden. Alzey greift diese Vorgabe nun auf kommunaler Ebene auf und hat ein „Energie- und Klimaprojekt“ für die Volkerstadt erstellen lassen, das Szenarien für effizientes Energiesparen entwirft – sowohl für Privathaushalte als auch für die Industrie und den Verkehr.

Um Energie zu sparen und den CO2-Ausstoß in Alzey bis 2020 zu minimieren hat das Leipziger Institut in Zusammenarbeit mit dem Energieversorger e-rp und städtischen Gremien ein Energie- und Klimakonzept für Alzey erarbeitet. Dieses gibt einen ersten Überblick über die Entwicklung des Energieverbrauchs und die CO2-Emissionen für die Jahre 1990 bis 2010 und entwirft Zukunftsszenarien bis 2020. Auf Basis dieser Studie werden dann für Alzey konkrete Klimaschutzziele vereinbart. Für die Koordination der vorgesehenen Maßnahmen soll ein Klimaschutzmanager eingestellt werden, der Privatpersonen und Unternehmen beratend zur Seite steht.

Der Ist-Zustand
Im Zeitraum von 1990 bis 2010 ist der Endenergieverbrauch in Alzey um sieben Prozent angestiegen. Eine Zahl, die vor allem der positiven wirtschaftlichen Entwicklung geschuldet ist. So ist die Zahl der Beschäftigten im gleichen Zeitraum um über 30 Prozent angestiegen – von 8.260 auf knapp 11.000. Auch im privaten Sektor konnte ein Zuwachs verzeichnet werden. 1990 lebten 16.000 Einwohner in Alzey, 2010 bereits knapp 18.000. Entsprechend ist auch die Anzahl der zu beheizenden und Strom verbrauchenden Wohngebäude gestiegen: von 3.550 auf 4.240. Der technische Fortschritt bei der Heiz- und Klimatechnik, fortlaufende Gebäude-Sanierungsmaßnahmen sowie der Einsatz effizienterer Elektrogeräte wirkten jedoch ausgleichend. Der Verkehrssektor verzeichnete ebenso einen Zuwachs an Fahrzeugen. Auch wenn die Fahrzeuge spezifisch immer weniger verbrauchen, so ist trotzdem ein absoluter Anstieg des Energieverbrauchs zu beobachten.

Das Trendszenario
Das Alzeyer Klimaschutzkonzept sieht ein Trendszenario vor, bei dem die Stadt ihre bisherigen Klimaschutzaktivitäten unverändert weiterlaufen lässt. Dazu gehören derzeit der Einsatz von Blockheizkraftwerken für die Albert-Schweitzer-Schule sowie das Rathaus, Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden, die Umstellung des städtischen Fuhrparks auf Erdgasfahrzeuge sowie das Solarfeld in Schafhausen. Mithilfe dieser laufenden Aktivitäten wird sich der Energieverbrauch bis 2020 in den einzelnen Sektoren weitgehend stabilisieren und insgesamt um circa 2 Prozent gegenüber dem aktuellen Stand zurückgehen. Immerhin 15.000 Tonnen Kohlendioxid ließen sich somit im Vergleich zu 1990 einsparen.

Das Aktiv- und das Perspektiv-Szenario
Alzey will sich aber nicht auf seinen bisherigen Maßnahmen ausruhen – und darf es auch gar nicht, wenn die Stadt das genannte Ziel der Bundesregierung erreichen will. So entwirft das Klimakonzept zum einen ein Aktiv-Szenario mithilfe dessen die Einsparung bereits 55.000 Tonnen CO2 betragen würde – damit wäre auch das Ziel der Bundesregierung zu erreichen. Das Perspektiv-Szenario sieht sogar eine Einsparung von 85.000 Tonnen CO2 vor. Allerdings geht dieses Szenario von der maximalen Ausschöpfung der Klimaschutzmaßnahmen aus und beinhaltet auch solche, bei denen die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben wäre.

Die Umsetzung
Bei der Umsetzung möglicher Klimaschutzmaßnahmen soll ein Klimaschutzberater behilflich sein. Er soll Ratsuchende über Möglichkeiten informieren, Netzwerke knüpfen und Prozesse koordinieren. Der neue Energiemanager wird in einer interkommunalen Zusammenarbeit von Alzey und Kirchheimbolanden gemeinsam zu je 50 Prozent beschäftigt. Eingestellt werden kann er, wenn der Bund, der die Stelle mit bis zu 65 Prozent bezuschusst, grünes Licht gibt. Die Stelle ist zunächst auf drei Jahre befristet. Die Kosten des Klimaschutzkonzeptes in Höhe von rund 50.000 Euro trägt die e-rp.