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Designpreis für Glühbirnenliebhaber

Lichtdesigner Ingo Maurer erhält den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2010 für sein Lebenswerk. Untrennbar verbunden mit seiner Arbeit ist die bald unter Verkaufsverbot stehende Edison-Glühbirne.

Showroom des Designpreisträgers Ingo Maurer

Ingo Maurers Muse ist die Glühbirne. Mit ihr schaffte der Lichtdesigner, der 2010 mit dem deutschen Designpreis ausgezeichnet wurde, 1966 den großen Durchbruch. „Bulb“ nannte er die nackt an der Zimmerdecke einer Pension in Venedig hängende Glühbirne, die ihm den Weg ins New Yorker Museum of Modern Art ebnete. Kein Wunder, dass er derjenige Designer ist, der aktiv gegen die neuen Richtlinien der Europäischen Union und das damit verbundene Glühbirnenverkaufsverbot vorgeht. Seine Argumente sind psychologischer Art – er erwartet, dass uns das kalte Licht der Energiesparlampen Depressionen oder zumindest eine Wohnumgebung beschert, der alle Gemütlichkeit fehlt. Sein Protest ist dem eines Künstlers angemessen: Er fordert zivilen Ungehorsam, bringt aber gleichzeitig neue Ideen hervor in Form einer LED Glühbirne, die der herkömmlichen Edison-Birne zum Verwechseln ähnlich sieht.
„Der Zauberer des Lichts“, 1932 auf der Insel Reichenau geboren und heute in New York lebend, erhielt den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland für sein Lebenswerk. Laudatorin Dr. Annemarie Jaeggi, Direktorin des Bauhaus-Archivs Berlin, würdigte seine Arbeiten als das Ziel „mit Licht Geschichten zu erzählen, Emotionen hervorzurufen und den individuellen Lebensraum der Menschen zu gestalten.“

Redaktion: Kerstin Petry