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Der Glaube an gesunde Lebensmittel

In Supermärkten findet man Aufdrucke auf Lebensmitteln wie „hilft beim Wachsen“, „stärkt die Abwehrkräfte“, „senkt den Cholesterinspiegel.“ Verbraucher glauben daran. Wie gesund sind diese Versprechen wirklich?

Eine EU-Verordnung soll verhindern, dass Produkte mit falschen medizinischen Heilsversprechen werben. Seit 2007 ist die sogenannte Health-Claim-Verordnung in Kraft. Oberste Prüfinstanz ist die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa). Die Zielsetzung der Behörde ist ganz klar: Nur Lebensmittel, die „echte gesundheitliche Vorteile“ bieten, dürfen entsprechend etikettiert und beworben werden. Doch wie formuliert man solche allgemeinen Gesundheitsaussagen wissenschaftlich korrekt und welche dieser Formulierungen sind dann haltbar?

Nach über 40.000 Anträgen von Lebensmittelherstellern ist die Efsa zurzeit damit beschäftigt, diese Anträge zu prüfen und eine Liste mit „gesundheitsbezogenen Angaben zu allgemeinen Funktionen“ zusammenzustellen. Es wird wohl bis 2011 dauern, bis die Verbraucher über die neueste EU-Verordnung in Kenntnis gesetzt werden.

Ziele der Verordnung:
- Gesundheits- und Verbraucherschutz: Verbraucher sollen besser über die Zusammenhänge von Lebensmitteln und Lebensmittelbestandteile informiert werden
- Harmonisierung des EU-Binnenmarktes: Die Rechtssicherheit aller Wirtschaftsteilnehmer in der Europäischen Union soll durch EU-einheitliche Regelungen erhöht werden

Bereits getroffene Regelungen:
- Nährwertbezogene Angaben wie z.B. „zuckerfrei“, „fettreduziert“ oder „reich an Vitamin C“ werden durch die Verordnung bereits jetzt eindeutig geregelt und sind nur noch zulässig, wenn sie den rechtlichen Anforderungen der Verordnung entsprechen.
- Gesundheitsbezogene Angaben wie z.B. „stärkt die Abwehrkräfte“, „cholesterinsenkend“ oder „unterstützt die Gelenkfunktionen“, sind nur noch zulässig, wenn sie als Claim in einer Liste aufgeführt und somit für ein Lebensmittel zugelassen sind.

Bewiesene Gesundheitsversprechen:
- Langkettige Omega-3-Fettsäuren (in Fischöl) senken den Blutdruck
- Alpha-Linolensäure (z.B. in Leinöl oder Rapsöl) senken den Cholesterinspiegel
- Pflanzenbausteine, die in manchen Margarinesorten enthalten sind, können dabei helfen, den Cholesterinspiegel zu senken.
- Kalzium und Vitamin D sind wichtig für gesunde Knochen.
- Vitamin K (in grünem Gemüse und Milchprodukten) ist wichtig für Knochen und Blutgerinnung.
- Ballaststoffe aus Gerste und Hafer tragen zu einem ausgeglichenen Cholesterinspiegel bei.
- Zuckerfreie Kaugummis neutralisieren schädliche Säuren nach dem Essen und helfen die Mineralisierung der Zähne zu halten.

Redaktion: Kerstin Petry