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Mit VoluNation in Südafrika

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An einer Grundschule in Südafrika fiel Maximilian Lange auf, dass Sportunterricht nicht auf dem Lehrplan steht. Das wollte er ändern. Neun Wochen lang engagierte sich der 19-Jährige aus Albig als Freiwilliger in Kapstadt.

Fragt man Maximilian, warum er sich nach der Schule für Freiwilligenarbeit entschieden hat, braucht er nicht lange zu überlegen. „Während meines letzten Schulhalbjahres machte ich mir viele Gedanken, wie es nach dem Abitur weitergehen sollte. Von Anfang an war mir klar, dass ich nicht direkt mit dem Studieren beginnen möchte, sondern mir erst mal eine kleine Auszeit von den letzten stressigen Schultagen gönne und eine längere Zeit im Ausland verbringe. So kam ich schnell zu dem Entschluss, als Freiwilliger zu arbeiten. Ich wollte wirklich einmal weit von zu Hause weg, um ganz neue Erfahrungen zu machen und um ein Land zu sehen, in dem man nicht mal so eben Urlaub machen kann.“ Sein Wunschprojekt fand er im Internet mit Unterstützung von www.VoluNation.com. „Ich entschied mich für Südafrika und Kapstadt, weil ich mir sicher war, dort die eindrucksvollsten Erfahrungen zu machen“, erzählt er. 

Bei seiner Ankunft am Flughafen in Kapstadt hatte er noch keine wirkliche Vorstellung, was genau ihn wohl erwartet, meint er. „Aber direkt dort traf ich schon einige andere Freiwillige, auch einige, mit denen man später zusammenleben sollte. Also konnte man sich schon ein wenig austauschen. Daraufhin wurden wir alle im Bus zu unseren jeweiligen Hostels gebracht, wo wir vom Hostel-Manager herzlich empfangen wurden.“ Diese Erfahrung machte er öfter: „Nach nur wenigen Tagen stellt man fest, wie freundlich alle Einheimischen sind, ob es ihnen nun gut geht oder auch nicht.“

Nach dem Einführungstag rückte der erste Tag im Projekt immer näher. „Ich war sehr gespannt. Zusammen mit zwei anderen Freiwilligen arbeitete ich an einer Grundschule, die Kinder aus sehr ärmlichen Verhältnissen aufnimmt“, erzählt Maximilian. Nachdem ihm die Schule gezeigt wurde, ging es auch direkt los. „Wir wurden alle drei in verschiedene Klassen eingeteilt, um einfach mal einen ersten Eindruck zu erhalten, wie der Schulalltag so abläuft. Außerdem wurden wir schon eingesetzt, zum Beispiel übten wir mit den Kindern das Lesen. In den ersten Tagen besuchte man verschiedene Klassen, schnell fand ich aber meine absolute Lieblingsklasse, in der ich dann auch am häufigsten eingesetzt wurde.“

In den Klassen sind oft 40 bis 50 Kinder, welche alle aus schwierigen Verhältnissen kommen, meint Maximilian. „Die Lehrer haben alle Hände voll zu tun und sind dankbar für jede Hilfe, die sie bekommen. Allerdings ist die Unterstützung durch einen Freiwilligen auch für die Lehrer oft eine komplett neue Erfahrung. Deshalb ist es wichtig, auf die Lehrkräfte zuzugehen und ihnen zu sagen, zu was man sich in der Lage fühlt und was man lieber nicht alleine machen möchte.“ Unterstützung in Englisch und Mathe zählte zu seinen Hauptaufgaben. „Hier ging es vor allem um die grundlegenden Fertigkeiten und Regeln, weil ich eher mit den jüngeren Kindern zu tun hatte. Da die Kinder unterschiedliche Voraussetzungen durch die Lebensumstände zu Hause und die dort gesprochenen Sprachen haben, befinden sich alle auf völlig unterschiedlichen Niveaus.“ Er machte es sich zur Aufgabe, vor allem die etwas schwächeren Schüler zu fördern. Diese hatten oft Probleme, überhaupt Buchstaben richtig oder auf einer Linie zu schreiben, sagt er. „In Mathe erklärte ich ihnen, wie sie einfache Rechnungen durchführen können. Zum Beispiel zeigte ich ihnen, wie sie die Finger zur Hilfe nehmen können, um so auch zu verstehen, wie diese Rechnungen überhaupt funktionieren.“

Schnell stellte Maximilian fest, dass Sportunterricht im Stundenplan nicht vorgesehen ist. „Als leidenschaftlicher Sportler sehe ich diesen aber als essentiell an. Also bin ich zum Schulleiter gegangen und habe gefragt, ob ich vielleicht den Sportunterricht übernehmen kann. Da die Schule nur wenig zur Verfügung stellen konnte, habe ich selbst Dinge wie Fußbälle gekauft.“ Vor allem im Fußball beeindruckten ihn die älteren Kinder mit ihren Fähigkeiten immer wieder aufs Neue. Aber natürlich wurde im Sportunterricht nicht nur Fußball mit den Kindern gespielt. „Ich hatte alle Klassen von 1 - 7. Mit den jüngeren Kindern spielte ich oft einfache Fangspiele. Manchmal gestaltete ich den Sportunterricht eher offen und stellte ihnen die wenigen Utensilien frei zur Verfügung, oft übte ich aber auch bestimmte grundlegende Fertigkeiten wie Werfen und Fangen. Ich ließ mich aber auch gerne etwas von den Kindern leiten und fragte, welche Spiele sie denn gerne spielen möchten. Diese wurden oft noch von ihrem eigenen Gesang begleitet, das machte immer einen tollen Eindruck auf mich.“

In den weiteren Wochen seines Projekts ist er durch die Schule gelaufen und fragte die Lehrer, wann sie vielleicht eine kleine Entlastung brauchten und ob er nicht die Hälfte der Klasse zum Sport mit hinaus nehmen soll. „Die Lehrer waren davon immer begeistert und nutzten jede Gelegenheit. Oftmals kamen schon vor der ersten Stunde drei Lehrer zu mir und fragten mich, ob ich heute nicht ihre Klasse nehmen könne“, berichtet Maximilian zufrieden. Oftmals war es schwer, die Kinder unter Kontrolle zu halten, sagt er. „Aber teilweise haben die Kinder sportliche Fähigkeiten gezeigt, die ich einem Kind in diesem Alter niemals zugetraut hätte. Es ist schön zu sehen, wie glücklich auch diese Kinder sein können, obwohl sie teilweise nicht genug Geld haben, sich einen Bleistift zu kaufen.“ 

Neben der Arbeit: Zeit für Land und Leute

Maximilians Arbeitstag endete in der Regel gegen 13 Uhr. „Mittags haben wir Freiwilligen oft gemeinsam gekocht. Nachmittags gab es viele gemeinsame Unternehmungen wie zum Beispiel Surfen, den Besuch eines Einkaufszentrums oder ein entspannter Strandtag.“ Gut in Erinnerung  hat er auch die gemeinsamen Ausflüge auf den Tafelberg, den Devil’s Peak und den Lion’s Head. „Von dort hat man einen unglaublichen Ausblick auf die Stadt, das Meer und die Landschaft. Dort oben wird einem klar, dass man in einer der unglaublichsten und schönsten Städte der Welt lebt“, meint Maximilian begeistert.

Gemeinsam mit anderen Freiwilligen von VoluNation lernte er an den Wochenenden mehr von Südafrika kennen. Für längere Ausflüge konnte er sich vom Projekt freistellen lassen. „Das ist gar kein Problem, solange man es mit den Verantwortlichen abklärt. Mit zwei anderen Freiwilligen habe ich eine einwöchige Tour entlang der Garden Route gemacht. Dort haben wir die gesamte Herrlichkeit und Vielfältigkeit des Landes erfahren und waren live dabei, als eine Horde Paviane morgens unseren Camping-Platz stürmte.“ Durch die Freiwilligenarbeit und die Ausflüge traf er viele neue Bekannte. „In Kapstadt habe ich richtig gute Freunde gefunden, nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus anderen Ländern wie Dänemark und Kanada. Ich versuche, den Kontakt zu ihnen zu halten.“

Am Ende seines Projekts war es sehr schwer für ihn, sich zu verabschieden. „Vor allem von der ersten Klasse, in der ich eine lange Zeit verbracht habe. Viele der Kinder sind mir sehr ans Herz gewachsen, genau wie einige der Freiwilligen aus meiner Unterkunft.“ Er empfiehlt jedem, diese Erfahrung zu machen. „Man sollte sich vorher nicht zu viele Gedanken darüber machen, was einen wohl erwartet, sondern einfach ganz aufgeschlossen für alle Dinge sein. Am Ende ist es oft ganz anders, als man es sich ursprünglich vorgestellt hat.“ Maximilian sagt, dass er die Zeit sehr vermisst und hofft, so schnell wie möglich wieder nach Kapstadt zurückzukehren. „Um meine Schule und die Leute, die ich dort kennen gelernt habe, zu besuchen.“

Über VoluNation:

VoluNation ist Spezialist für weltweite Freiwilligenarbeit. Neben einem umfassenden Beratungsangebot bietet VoluNation kurzfristig buchbare Freiwilligenprojekte in mehreren Staaten Afrikas, Asiens und Südamerikas an. Weitere Informationen sind im Internet unter www.VoluNation.com erhältlich.