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A 643 Ausbau – Kontroverse zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz

Hessen freut sich und Rheinland-Pfalz ärgert sich. Ramsauer spricht von oben herab ein Machtwort für den sechsspurigen Ausbau der Autobahn. Es heißt also Umwelt vs. Verkehrssicherheit in der aktuellen Debatte.

Bundesverkehrsminister Ramsauer spricht ein Machtwort: Die A 643 zwischen Schiersteiner Brücke und Mainz-Gonsenheim wird sechsspurig ausgebaut. Unterstrichen wird die Aussage damit, dass es nur für einen sechsspurigen Ausbau Zuschüsse vom Bund geben wird. Damit ist der Mainzer Kompromissvorschlag der rot-grünen Landesregierung abgelehnt. Die Industrie- und Handelskammer schlägt sich ebenfalls auf die hessische Seite. Die Sicherheit der Pendler und der Verkehrsfluss stehen nach dieser Meinung im Vordergrund. Nach rot-grüner Planung aus Rheinland-Pfalz sollte es nur eine vierspurige Autobahn mit der Option der Nutzung des Standstreifens geben. Das sieht die hessische Regierung anders. Die Verengung der A 643 führe zu Gefahrenstellen und schade den Berufspendlern, Unternehmen und vor allem der öffentlichen Sicherheit. Die Schiersteiner Brücke ist sowieso baufällig und soll bis 2018 ersetzt werden. Außerdem stehen Kapazitätsgründe und Vermeidung von Stau im Vordergrund. Dem ist von der Mainzer Seite entgegenzusetzen, dass durch den Ausbau mit sechs Spuren das Naturschutzgebiet Mainzer Sand in Mombach erheblich gefährdet ist. Das Mainzer Bündnis „Nix in den Mainzer Sand setzen“ sieht eine Klage als letztes, aber mögliches Mittel. Die Verträglichkeit des hoch bedrohten Naturschutzgebietes mit dem Ausbau muss demnach stärker berücksichtigt werden. Krasser formulierte es der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD), nach seiner Auffassung sei Ramsauers Entscheidung „eine sehr gestrige Form von Betongläubigkeit.“ Der hessische Verkehrsminister hingegen befürchtet eine Verzögerung des Baus und will nicht, dass hessische Autofahrer unter einer vermeintlich falschen Entscheidung leiden müssen. Ramsauer scheint sich über die politische Willensbildung vor Ort hinwegzusetzen. Jedoch scheint die Planung nicht um eine gerichtliche Prüfung herumzukommen. Hinzukommend wird die Möglichkeit verworfen, nur auf hessischer Seite sechsspurig auszubauen, da somit auf der rheinland-pfälzischen Seite ein Nadelöhr geschaffen würde. Die Forderung nach einem Kompromiss wird immer lauter, um ein zukunftsfähiges Konzept gestalten zu können, das sowohl dem Verkehrsfluss, als auch der Umwelt gerecht wird.

Redaktion: Anne Haas