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Das Bahn Debakel in Mainz geht zu Ende

Bild: Landeshauptstadt Mainz

Die Züge rollen wieder. Fernzüge, Nahverkehr, am Wochenende und unter der Woche. Alles geht scheinbar wieder seinen gewohnten Gang. Die Situation der Reisenden entspannt sich sichtlich, doch hinter den Kulissen bleibt es unverändert.

Entspannte Gesichter am Mainzer Hauptbahnhof. Ein nicht anzutreffendes Bild im vergangenen Monat. Doch der Schein trügt – zwar rollen die Züge wieder wie gewohnt in den Mainzer Hauptbahnhof, die schlechte Situation in den Stellwerken jedoch, bleibt nach wie vor unverändert. Als Konsequenz für das Bahndebakel ziehen Bahnchef Rüdiger Grube und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU)  die Gewährleistung der Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs in der Zukunft. Dies soll noch dieses Jahr durch die Ausbildung von 600 weiteren Fahrdienstleitern gewährleistet werden. Die Forderung nach der Offenlegung des weiteren Vorgehens der Bahn kommt von allen Seiten. Der Verkehrsausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags tagt und berät über die Personalsituation der Bahn. Zudem kündigte die Bahn an, die Fahrgäste, die im Besitz einer Monats- oder Wochenkarte sind in Form eines Reisegutscheins oder Erstattungen zu entschädigen. Hierbei soll es sich für eine Monatskarte auf einen Betrag bis 50 Euro und bei einer Wochenkarte auf einen Betrag bis 15 Euro belaufen. Nicht jedoch für Schüler und Azubis, diese bekommen zwar einen Reisegutschein ausgestellt, jedoch ist dieser vom Betrag deutlich niedriger und sie haben außerdem keinen Anspruch auf eine Kostenerstattung. Die Wiedergutmachungsbemühungen seitens der Bahn werden grundsätzlich begrüßt, aber Reisegutscheine sind für Kinder und Jugendliche nicht sehr attraktiv und sinnvoll. Grund dafür ist laut der Bahn, dass Auszubildende und Schüler in ihrer Ferienzeit weniger stark betroffen seien. Dem entgegenzusetzen ist, dass der Ausfall am Mainzer Bahnhof nur teilweise in die Ferienzeit fiel und, dass grundsätzlich eine Gleichbehandlung im Fall der Entschuldigungsleistung erfolgen sollte. Der Landrat fordert somit die Bahn auf, ihre Regelung noch einmal zu überdenken und Gerechtigkeit walten zu lassen. Der Bundesverkehrsminister soll zur Rede gestellt werden, denn die Bundesregierung hätte, laut der SPD, schneller und von sich aus reagieren müssen. Wirft man einen Blick ins Mainzer Stellwerk, hat jeder Mitarbeiter ca. 120 Überstunden und schiebt zudem 28 Resturlaubstage vor sich her – es herrscht eine Verwaltung des Mangels und der Stress für die Mitarbeiter wird nicht weniger, eher wird die Problematik übergangen. Die Zahl der Beschäftigten sollte am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet werden, doch die Bahn weist jegliche Kritik zurück. Sie habe im Jahr 2013 mehr Fahrdienstleiter als im vorigen Jahr neu eingestellt und sei zudem noch der Konzern mit den meisten Mitarbeitern und Neueinstellungen in Deutschland. Die Bundesnetzagentur sieht die Personalsituation nicht erst seit dem Chaos in Mainz kritisch, sondern betrachtet das Gesamte Konzept als hausgemachtes Problem. Bahnchef Grube will Besserung, verlangt jedoch dafür 1,2 Milliarden Euro mehr im Jahr, die er aber nicht in neues Personal investieren will, sondern davon neue Brücken bauen, sowie diese und das Schienennetz sanieren lassen will. Ob und wie sich die Situation entspannt, steht wohl weiterhin in den Sternen.

Redaktion: Anne Haas