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Medizinische Versorgung in Wiesbaden wird deutlich verbessert

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Die Landeshauptstadt Wiesbaden bekommt ein neues „Integriertes Facharztzentrum“ im Stadtteil Nordenstadt. Anlässlich der Grundsteinlegung am Donnerstag dieser Woche im Beisein zahlreicher Gäste aus Politik, Wirtschaft und Vereinen und dem Hessischen Innenminister, Peter Beuth, wurde deutlich, dass mit der neuen Einrichtung ein gewisser medizinischer Versorgungsengpass für die östlichen Vororte Wiesbadens beseitigt werde.

Stadträtin Christa Knauer sieht in  dem neuen Zentrum "eine Erweiterung der medizinischen Infrastruktur". Die Bevölkerung erhalte "eine hochwertige, wohnortnahe Gesundheitsversorgung". "Bei der Auswahl des Standortes war für uns vor allem entscheidend, dass das neue medizinische Zentrum möglichst unkompliziert für die Patienten aus Wiesbaden und dem Rhein-Main-Gebiet erreichbar ist“, erläutert Geschäftsführer Rüdiger Conradi von der Wiesbadener KTB Plan – und Bauregie GmbH. Das Projekt entsteht in der Borsigstr. 2/Ecke Stollberger Straße unmittelbar an der Anschlussstelle der A 66 und verfügt auch über eine Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. 

Die Schwerpunkte des Gesundheitszentrums liegen zum einem auf der orthopädisch-chirurgischen und sportmedizinischen Behandlung mit ihren verschiedenen Disziplinen, zum anderen aber auch auf den immer relevanter werdenden Gebieten der Ernährungs- und Präventionsmedizin.

Zum orthopädisch-chirurgischen Bereich gehört auch ein hochmodernes operatives Zentrum mit Übernachtungsbetten. Hier können spezielle Operationen durchgeführt werden. Ein ausgewiesener  Physiotherapiebereich und ein Reha-Fitness-Center gehören genauso zum Kernbestand wie Facharztpraxen mit den Disziplinen Gynäkologie, Urologie, Innere Medizin, Kardiologie, Radiologie, Kinderheilkunde, Zahnmedizin und Allgemeinmedizin.

Gerade beim Thema Sportmedizin hat Deutschland noch Nachholbedarf", sagt Hessens Sportminister Beuth. Schon deshalb wünsche er dem Projekt "wirtschaftlichen Erfolg". Beuth hob besonders die Bedeutung der Sportmedizin für den Leistungssport hervor, die unter Anderem auch präventive Wirkung habe.

„Das neue Zentrum schafft gleichermaßen Angebote für Kranke und Gesunde und wird in Struktur, Behandlungskonzepten und Angeboten neue Wege gehen“, betont Conradi. Deshalb wurde bei der Auswahl der medizinischen Fachbereiche besonders darauf geachtet, dass als weitere Schwerpunkte auch die vertreten sind, die sich mit der Vorbeugung beschäftigen. Gerade die Ernährungs- und Präventionsmedizin haben inzwischen einen hohen Stellenwert bekommen. 

Die demografische Entwicklung stellt unsere Gesellschaft besonders in der medizinischen Versorgung vor große Herausforderungen.  Die wachsende Anzahl älterer Menschen führt zu einem dramatischen Anstieg so genannter „Volkskrankheiten“. Dazu zählen unter anderem Erkrankungen wie Adipositas (Übergewicht), Arteriosklerose, Arthrose, Diabetes mellitus Typ 2, Herzinsuffizienz, Osteoporose, Morbus Alzheimer.

Gerade die Präventionsmedizin analysiert die individuellen Risikofaktoren des Menschen (genetische Prädisposition/familiäre Belastung, individuelle Lebensweise und Lebensumstände etc.), um so gesundheitskonformes Verhalten zu fördern. Mit Hilfe gezielter Präventionsmaßnahmen kann jeder Mensch die Voraussetzungen schaffen, um in Zukunft mehr Gesundheit, mehr Mobilität, mehr Leistungsfähigkeit und mehr Lebensqualität zu genießen. 

Ein weiteres Angebot des neuen Zentrums ist die Ernährungsmedizin. Auch sie ist fächerübergreifend und versucht aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse über Physiologie und Pathophysiologie der menschlichen Ernährung zur Prävention, Heilung und Linderung von Krankheiten zu nutzen.

Zusätzlich bietet ein Institut für Arbeitsmedizin seine Expertendienste an. Dazu gehören unter anderem die Prävention und Diagnostik arbeits- oder umweltbedingter Gesundheitsschäden und Berufskrankheiten. Arbeitsmediziner beschäftigen sich auch mit der ergonomischen Gestaltung von Arbeitsplätzen und der Integration von chronisch kranken und behinderten Menschen im Arbeitsprozess.  

Das ärztliche Angebot wird durch Apotheke, Sanitätshaus und Hörgeräteakustik unterstützt. Zudem bietet das Zentrum auch Platz für weitere medizinische und therapeutische Angebote. Für die Besucher und Mitarbeiter ist eine Kantine beziehungsweise ein Bistro vorgesehen. 

Schon jetzt haben viele Vereine aus dem Rhein-Main-Gebiet signalisiert, dass auch sie dieses neue hoch spezialisierte, sportmedizinische Zentrum zur Versorgung ihrer Sportler als notwendig ansehen. Das zeigt auch die Teilnahme der zahlreichen Vertreter von Sportvereinen unter anderem von Eintracht Frankfurt bei der Grundsteinlegung.

„Wir gehen von einem hohen Bedarf aus und erwarten täglich 1000 bis 1100 Patienten und Besucher“, sagt Conradi, der davon ausgeht, dass das neue Medical Center Mitte 2016 fertig gestellt sein wird und dann seine Arbeit aufnehmen kann.  


Text/Bilder:

kurzup
www.kurzup.de