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Im Gespräch mit Team Rynkeby und dem Mainzer Round Table

Symbolische Scheckübergabe während eines Meetings von Round Table

Das eine ist ein Charity-Projekt, die anderen unterstützen Charity-Projekte Schon seit vielen Jahren gibt es Team Rynkeby in vielen Ländern Nordeuropas. Nun entstand erstmals ein deutsches Team. Round Table hingegen ist ein Service-Club, der weltweit Charity-Projekte unterstützt. „Adopt, Adapt, Improve“, lautet die Maxime des Charity-Clubs Round Table. 233 Niederlassungen, auch Tische genannt, mit etwa 3.500 Mitgliedern gibt es alleine in Deutschland. Weltweit sind sie mit rund 35.000 Mitgliedern in 60 Ländern vertreten. Charity-Aktionen, der Austausch von Berufsgruppen, sowie gemeinsame Freizeitaktivitäten stehen dabei im Mittelpunkt. In Mainz gibt es Round-Table seit 1972.

Eine der ersten Amtshandlungen als Round-Table-Präsident von Breiner war es, das deutsche Team Rynkeby als Sponsor zu unterstützen. Team Rynkeby ist ebenfalls eine Charity-Organisation, die sich im Jahr 2002 in Dänemark gründete. Von ebendort fuhren eine Handvoll Mitarbeiter der dänischen Firma Rynkeby Foods von Odense mit dem Rennrad nach Paris. Den Überschuss ihrer Reisekasse spendeten sie an ein Kinderkrankenhaus in Odense. Seither haben sich zahlreiche Teams insbesondere in den nordischen Ländern Europas gebildet. In dieser Zeit haben sie gemeinsam rund 45 Millionen Euro für schwerkranke Kinder gesammelt. In diesem Jahr treffen sich über 2.000 Rennradfahrerinnen und -fahrer in Paris.

Wirtschafts-News: Herr Breiner, Sie sind gerade zum Präsidenten von Round-Table-Mainz gewählt worden. Welche Ziele haben Sie sich für Ihre Amtszeit gesetzt?

Philipp Breiner: Es steht ein Amtsjahr mit attraktiven Tischabenden, spannenden Vorträgen und internationalen Veranstaltungen an. Zu einem Tischabend werden wir den Wiesbadener Landtag besuchen, nächste Woche zeigt uns ein Freund des Tisches aus Nieder-Olm seine beeindruckende Privatsammlung von über 30 (Flipper-)automaten mit echten Raritäten aus den 20er Jahren. Internationale Highlights werden dann das Euromeeting aller 66er Tische Europas in Mulhouse und das World Meeting in Brasov mit einem Gala-Dinner auf Schloss Bran, auch bekannt als Draculaschloss. Im Bereich Charity wollen wir vermehrt Projekte in und um Mainz unterstützen. So hat uns die Idee von Team Rynkeby, der Einsatz jedes einzelnen Mitgliedes von Team Rynkeby überzeugt und nebenbei haben Torsten und Bernd unseren ersten Tischabend des Amtsjahres mit einem spannenden Vortrag über Team Rynkeby bereichert.

Wirtschafts-News: Herr Fröhlich, Sie haben auch gerade mit Ihrer Arbeit als Team-Manager von Team-Rynkeby hohes C begonnen. Was sind Ihre ersten Erfahrungen?

 

„Die Herausforderungen sind zahlreich“

 

Torsten Fröhlich: Wir betreten hier in Deutschland absolutes Neuland. Team Rynkeby ist in den Nordischen Ländern eine Institution, wir starten hier bei Null.  Fahrer und Service Kräfte zum Mitmachen bewegen, Sponsoren für unsere Sache zu gewinnen, die Tour nach Paris zu planen, Pressearbeit und Kommunikation in den Sozialen Medien – die Aufgaben und Herausforderungen sind zahlreich. Ich bin sehr froh, dass ich ein starkes Kernteam gefunden habe, die bereit sind, Verantwortung und Aufgaben zu übernehmen und unser Projekt voranzubringen.

Wirtschafts-News: Herr Breiner, welche Charity-Aktionen unterstützen Sie mit Round-Table noch?

Philipp Breiner: Neben kleineren Aktionen wie z.B. der Unterstützung der Juvente-Kindernotaufnahme in Mainz oder der Ausstattung von Mainzer Kitas mit Warnwesten für die Kinder, wollen wir in diesem Jahr zwei bereits bewährte, größere Projekte vertiefen: Zum Mainzer Johannisfest betreiben wir wieder am gewohnten Ort – neben dem Brunnen am Höfchen – einen eigenen Weinstand. Zusammen mit Round Table 194 Rheinhessen und Ladies Circle 34 Mainz/Wiesbaden werden wir in diesem Jahr zu unseren erlesenen Weinen eine kleine Besonderheit mit auf die Karte nehmen. Zum Jahresausklang fokussieren wir uns dann ganz auf den Weihnachtspäckchenkonvoi. Bei diesem Leuchtturmprojekt von Round Table Deutschland wurden unter der Schirmherrschaft von Peter Maffay und Hermann Gröhe bereits über 1 Million Weihnachtsgeschenke in Kindergärten, Schulen, Kinderheimen, Waisenhäusern und Kliniken verteilt. Hier gilt es, unseren letztjährigen Mainzer Rekord von über 1.000 Geschenken zu toppen und die ein oder anderen Kinderaugen zum Leuchten zu bringen.

Wirtschafts-News: Herr Fröhlich, wieviel Geld ist beim ersten Mal zusammengekommen und wer ist der Spendenempfänger?

Torsten Fröhlich: Wir haben die Deutsche Kinderkrebsstiftung als Partner gewinnen können. Alle Einnahmen die wir über Sponsoring, Events und individuelle Spenden erhalten, kommen zu 100% dieser Organisation – und damit dem Kampf gegen den Kinderkrebs – zu Gute. Bisher konnten wir in unserer ersten Saison bereits mehr als 150.000 Euro sammeln.

Wirtschafts-News: Herr Breiner, in einem Imagefilm auf der Internetseite Ihrer Deutschland-Organisation ist zu sehen, dass sich Ihr Augenmerk hauptsächlich auf Charity-Aktionen für Kinder richtet. Welche Schwerpunkte verfolgen Sie dabei? Geht es mehr um Bildung oder Gesundheit?

 

„Uns ist wichtig, Mittel dort einzusetzen, wo ein tatsächlicher Bedarf besteht“

 

Philipp Breiner: (lacht) Wollen Sie auf meinen Beruf anspielen? Nein, wir kategorisieren unsere Aktionen nicht nach Bildung oder Gesundheit. Uns ist wichtig, dort anzusetzen, wo auch ein tatsächlicher Bedarf besteht und unsere Mittel effizient und mit einem entsprechenden Mehrwert für die Empfänger einzusetzen.

Wirtschafts-News: Herr Fröhlich, bei Team Rynkeby geht es um schwerkranke Kinder. Der Zeitaufwand, ein solches Projekt auf den Weg zu bringen, ist kolossal. Was war Ihr persönlicher Beweggrund?

Torsten Fröhlich: Die Grundidee von Team Rynkeby hat mich seit dem ersten Tag fasziniert: Tue etwas Gutes für andere und gleichzeitig etwas Gutes für dich. Unser Ziel ist natürlich in erster Linie Geld für Kinder zu sammeln, die Hilfe wirklich nötig haben, aber uns verbindet eben auch der Spaß am Rennradfahren und der Gedanke, gemeinsam etwas zu erreichen. Nachdem ich die Gelegenheit hatte, dieses Projekt hautnah in 2017 und 2018 auf der Tour von Dänemark nach Paris zu erleben, wuchs der Gedanke, dieses fantastische Projekt auch in Deutschland zu etablieren. 

Wirtschafts-News: Herr Breiner, in Mainz unterstützen Sie etwa die Stiftung Juvente Mainz. In welcher Weise engagieren Sie sich dort?

Philipp Breiner: Aktuell sind wir noch im Austausch mit der Stiftungsleitung, in der Vergangenheit wurde zum Beispiel ein Klettergerüst angeschafft. Unser diesjähriges Engagement wird sich aber definitiv auch wieder um den Kinderspielpatz drehen.

Wirtschafts-News: Herr Fröhlich, welche Aktivitäten sind von Team Rynkeby in diesem Jahr noch geplant? Gibt es eine Patenschaft?

Torsten Fröhlich: Der Höhepunkt unserer Aktivitäten ist die Tour, die am 30.6 in Nieder-Olm startet und uns über 850 km nach Paris führt. Auf dem Weg dorthin besuchen wir die Kinderkrebsstation des Universitätskrankenhauses in Bonn - dem Sitz unserer Partnerorganisation, der Deutschen Kinderkrebsstiftung – und haben auch etliche sportliche Herausforderungen zu meistern. Da wäre zum Beispiel die Mur de Huy, ein legendärer Anstieg mit Passagen von über 20% Steigung.  Um das Team optimal auf die Tour vorzubereiten, haben wir einen umfangreichen Trainingsplan ausgearbeitet. Daneben stehen aber auch eher informative Veranstaltungen auf dem Programm: Wir sind zum Beispiel im Rahmen der Rheinland-Pfalz Ausstellung bei den Gesundheitstagen mit einem eigenen Stand vertreten. Unterstützt werden unsere Aktivitäten von unserem Paten, dem früheren Radprofi Marcel Wüst, sowie der Schirmherrin des Events, Ministerpräsidentin “Malu” Dreyer.

Wirtschafts-News: Herr Breiner, auf dem Johannisfest betreiben Sie einen Weinstand. Was machen Sie mit den Erlösen?

Philipp Breiner: Der größte Teil der Erlöse wird dem Kinder- und Jugendcamp in Kaub zukommen. Ein Vorzeigeprojekt, das in der Vergangenheit in einer gemeinsamen Aktion von vielen Tischen aus Deutschland gestemmt wurde, aber natürlich auch laufende Kosten hat. Ich freue mich aber besonders auf die netten Gespräche rund um den Weinstand mit Tablern aus ganz Deutschland, Gästen und an Round Table Interessierten. Auch wenn Du gerade mitten in der Vorbereitungszeit für die Fahrt nach Paris bist, lieber Torsten, so hoffe ich doch auch mit dir anstoßen zu können (Breiner und Fröhlich lachen).

Wirtschafts-News: Team Rynkeby ist in den nordeuropäischen Ländern, insbesondere in Dänemark, sehr groß. Welche Ziele verfolgen Sie in den nächsten Jahren?

Torsten Fröhlich: Unser nächstes wichtiges Ziel ist es, das Team 2019 erfolgreich nach Paris zu bringen. In 2020 werden wir natürlich wieder mit einem Team am Start sein. Langfristig wollen wir unser Projekt mit mehreren Teams in Deutschland fest verankern und auch andere europäische Länder mit einbeziehen. Ganz konkret sprechen wir zurzeit über die Möglichkeit, ein Team aus Zürich in 2020 auf die Reise zu schicken.

Herzlichen Dank für das Interview!

 

Über Torsten Fröhlich:

Torsten Fröhlich wurde 1963 in Berlin geboren. Nach einem Studium an der Wirtschaftsakademie in Hamburg mit Abschluss zum Betriebswirt war er in verschiedenen Funktionen im Finanzbereich internationaler Unternehmen tätig. Im Jahr 2002 wechselte er zu Eckes-Granini nach Nieder-Olm, wo er nunmehr das internationale Controlling leitet. Erste Erfahrungen mit Team Rynkeby machte er im Jahr 2017, als er mit dem dänischen Team Ringe nach Paris fuhr. Seit 2018 ist er Team-Manager von Team-Rynkeby – hohes C. Seine Freizeit verbringt er auf dem Rennrad, vorzugsweise auf Mallorca. Torsten Fröhlich ist verheiratet und wohnt mit seiner Familie in Mainz.

Über Philipp Breiner:

Philipp Breiner, geboren 1986 im pfälzischen Bad Bergzabern, absolvierte zunächst ein Lehramtsstudium für Physik und Mathematik. Nach seinem Referendariat begann er seine Lehrtätigkeit an einer Gesamtschule in Hochheim, in der er ein Jahr später als Rektor eine leitende Funktion übernahm. Seit 2015 ist er in einer Stabsstelle für das hessische Kultusministerium tätig. Schwerpunktmäßig befasst er sich derzeit mit der Stärkung der „Bildungssprache Deutsch“ vor dem Hintergrund des Präsidentschaftsthemas des hessischen Präsidentschaftsjahres der Kultusministerkonferenz. In seiner Freizeit fährt er gerne Mountainbike und steht der Mainzer Lebensart sehr nah. Zudem hegt er ein besonderes Interesse für Mexiko, wohin er regelmäßig verreist. Philipp Breiner ist verheiratet und lebt mit seiner Frau in Mainz.