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Nieder-Olmer Weinbau- und Agrartage "Rheinhessen. Ganz schön anders."

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Im Januar 2016 ist es wieder soweit, Fachleute aus der Region und dem angrenzenden Ausland kommen nach Nieder-Olm, um die neuesten landwirtschaftlichen Entwicklungen, Methoden und Maschinen auf einer der größten Messen ihres Faches kennen zu lernen. Neben zahlreichen Ausstellern und Ständen beinhaltet das Angebot der Messe auch noch eine Reihe von Vorträgen zu verschiedenen Themen des Grünen Gewerbes. Kein Wunder also, das bei diesem breiten Angebot die Besucherzahlen jährlich steigen.


Das Motto der diesjährigen Veranstaltung lautet "Rheinhessen. Ganz schön anders.", das nicht nur mit den Feierlichkeiten zum 200-jährigen Bestehen Rheinhessens Rechnung trägt, sondern auch den Charakter der Ausstellung trifft. Denn die große große Messe im kleinen Ort ist längst kein Insider-Tipp mehr. Sie ist Austauschplattform, die Regionales mit Internationalem verbindet und gleichfalls "die Messe der kurzen Wege" genannt wird. Es soll zusammengebracht und die Kommunikation erleichtert werden. Hier trifft man schon mal auf einen Geschäftsmann im Anzug, der sich angeregt mit einem Fachexperten im Arbeits-Overall unterhält. Klar, dass für Jeden etwas dabei ist, wenn sich auf über 10.000 Quadratmeter Fläche rund 400 Aussteller aus mehr als 16 verschiedenen Kategorien präsentieren. Und doch – bis hierher war es ein langer Weg.

Kleiner Anfang mit großer Idee

Im Frühjahr 1950, als in der Wein- und Obstbauschule Oppenheim zum ersten Mal die rheinhessische Weinbauwoche stattfand, nahm es seinen Anfang. Wie heute befand sich schon damals die Geräteausstellung gegen Ende der Veranstaltung und begann am vierten Tag, schon damals wurden dort die modernsten Gerätschaften vorgestellt. Ziel war es, den Winzern sie betreffende Neuerungen und Forschungsergebnisse zu vermitteln und nah zu bringen, hinzu kamen später auch Landwirtschaft, Obstbau und Landfrauen. Lange lag der Veranstaltungsort in der Oppenheimer Turnhalle und Fährstraße. Ändern sollte sich das erst 1999, zum 50. Jubiläum, zu dem sich nicht nur der Standort, sondern auch der Name veränderte. Dann nämlich wurde aus der „Rheinhessischen Weinbauwoche“ die "Rheinhessischen Weinbau- und Agrartage“, die seither jährliche um Aussteller- und Besucherzahlen wachsen. Dies liegt unter anderem an der zentralen Lage des Messestandorts in Nieder-Olm, sowie darüber hinaus an der guten Anbindung an verschiedene Autobahnen. Wachstum für die Messe und Erreichbarkeit für Aussteller und Besucher sind hier keine Probleme. Doch obtrotz der guten Infrastruktur sowie weiterer Standortvorteile hatte man mit einem solchen Zuspruch nicht gerechnet: Eines der größten Probleme der vergangenen Jahre stellte der Mangel an Parkplätzen dar. Entspannt hat sich die Lage unterdessen durch den Einsatz eines Shuttle-Services, der Gäste von einem Parkplatz in Saulheim direkt zum Ausstellungsgelände befördert. Darüber hinaus fanden Anreize zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel und von Fahrgemeinschaften großen Anklang. 

Ein Konzept, das ankommt

Besucherzahlen von bis zu 13.000 Menschen, Tendenz steigend. Wieso ist die Veranstaltung nahe des Nieder-Olmer Schwimmbads jedes Jahr so beliebt? Ein Grund dafür ist das schlüssige Angebot, das sich den Umständen und der Zeit anpasst und doch einem klaren Konzept folgt: Die Messe setzt sich aus zwei Blöcken zusammen. Den Anfang machen eine Reihe von fachbezogenen Vorträgen, Seminaren und Workshops, die am 18. und 19. Januar stattfinden. Anschließend beginnt die Geräteausstellung am 20. Januar und schließt mit Ende der Messe am 22. Januar, wobei von kleinstem Gerät bis zum größten Gefährt alles dabei ist. Schon im vergangenen Jahr erklärte Mitveranstalter Norbert Breier, Geschäftsführer des Vereins ehemaliger Rheinhessischer Fachschüler Oppenheim, im Gespräch mit dieser Zeitung, dass dieses Konzept den Leuten positiv auffalle. „Da beide Einheiten voneinander getrennt sind, kann man sich in aller Ruhe allen Angeboten widmen, ohne etwas zu verpassen.", so Breier. Die Idee geht auf, vor allem weil so kein Aussteller gezwungen ist, sich zwischen einem interessanten Vortrag und einer innovativen Gerätevorführung zu entscheiden. Natürlich bedeutet mehr Interesse auch die Notwendigkeit von mehr Einrichtungen zum Wohle der Gäste, weshalb dieses Jahr das Angebot an Sanitäranlagen und Imbiss-Möglichkeiten erweitert wird, um den interessierten Besuchern ihren Aufenthalt so entspannt, wie möglich zu gestalten. Auch die Veranstalter selbst sind so bunt gemischt wie ihr Publikum. Mit ihrer Vielseitigkeit sprechen sie verschiedene Gruppen an, auch das macht die Agrartage so besonders. Neben des Vereins ehemaliger Rheinhessischer Fachschüler Oppenheim tragen das DLR Rheinland-Pfalz, das DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz-Süd e.V., der Land Frauen Verband Rheinhessen e.V., sowie der Weinbauverband Rheinhessen dazu bei, Brücken zu bauen, Wege zu bereiten und den Austausch ihres Faches auszubauen.

Nachhaltigkeit im Blick

Wer in und mit der Natur arbeitet, der kennt sich damit aus. So weiß jeder Landwirt, dass eine gesteigerte Nachhaltigkeit seinem Land, seinem Produkt und auch der Allgemeinheit zugutekommt. Einen Anreiz gibt da möglicherweise auch der Nachhaltigkeitspreis der Nieder-Olmer Agrartage, der alljährlich in vier Kategorien, nämlich Weinbau, Önologie (Kellerwirtschaft), Vermarktung und offene Kategorien ausgeschrieben wird. Es besteht die Möglichkeit zur Einreichung von Produkten, Systemen, technischen Verfahren oder Dienstleistungen. Honoriert werden Beiträge, die auf verschiedene Weise überdurchschnittlich zu einer Verbesserung in den Bereichen Ökologie, Soziales und Ökonomie der Betriebe beitragen. Natürlich bietet jede Kategorie verschiedene Möglichkeiten. Ob Förderung der Artenvielfalt, Schutz natürlicher Ressourcen, Verbesserung von Arbeitsbedingungen oder der Einsparung von Betriebskosten, die verschiedensten Ideen finden Gehör und werden von Spezialisten begutachtet, sodass die innovativsten und nachhaltigsten nicht nur mit einem Preis ausgezeichnet, sondern zu Beginn der Messe vor Publikum geehrt werden. 2013 wurde beispielsweise ein Halshülsenentferner für Flaschen der Rink GmbH & Co. KG ausgewählt, da dieser es möglich macht, Schraubverschlüsse von Flaschen maschinell zu entfernen und sie somit zu Mehrwegflaschen zu machen. Hier wird auf nachhaltigen Umgang mit Ressourcen geachtet, ein Zeichen gesetzt und durch die Vergabe des Nachhaltigkeitspreises die Möglichkeit gegeben, ein Leitbild zu schaffen, das allen nutzt. 

Überblick der 67.Agrartage Rheinhessen 2016
18. bis 19. Januar: Vorträge, Seminare und Workshops
20. bis 22. Januar: Geräteausstellung

Öffnungszeiten:
Mittwoch, 20. Januar und
Donnerstag, 21. Januar 2016 von 09:00 bis 17:00 Uhr
Freitag, 22. Januar 2016 von 09:00 bis 16:00 Uhr