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Von Gutenberg bis Zuckerberg - Reichweite oder Überleben?

ZDF-Intendant Thomas Bellut sprach von massiven Veränderungen unserer Medienordnung, VRM-Chef Hans Georg Schnücker stellte die Frage, ob gesetzliche Regulierung erforderlich sei, Tabea Rößner, Sprecherin für Netzpolitik und Verbraucherschutz der Grünen, wies auf die Gefahren von Desinformationen hin. Als Folge all dessen, so der Präsident des rheinland-pfälzischen Landtages, Hendrik Hering, entstünden Filterblasen und Echokammern. Und der Mainzer Kabarettist Lars Reichow fragt gar, wie man einen Troll auffindbar machen wolle.

Am 25.09. veranstaltet die Agentur „Kulturspektrum“ den nächsten Gutenberg-Talk in Mainz. Klar, dass es im Jahr des Gutenberg-Jubiläums um den Medienwandel geht. Besetzt sein wird das Podium mit zwei Politikern und zwei Vertretern aus dem journalistischem Bereich. „Für die politischen Positionen haben wir Zusagen von Sahra Wagenknecht und Robert Habeck“, so Sabine Weiland, die das Format von Beginn an koproduziert. „Und gerade vor einigen Tagen sagte der Freitag-Verleger und Publizist Jakob Augstein seine Teilnahme zu“. Die zweite journalistische Position würde in den kommenden Tagen besetzt. „Diesen Part hätten wir gerne mit jemandem aus Mainz besetzt, allerdings kam es hier zu Terminkollisionen“, so Weiland weiter. Gleichwohl sei man zuversichtlich, in den kommenden Tagen eine passende Besetzung zu finden. Weitergekommen sei man nunmehr in anderer Hinsicht. Weiland: „Wir freuen uns, dass die Stadt Mainz unser Kooperationspartner ist und, dass ZDF-digital Bewegtbild produziert“

Als besonders bedeutsamen Wirtschaftszweig der Stadt Mainz benannte Wirtschaftsdezernent Christopher Sitte die Medienwirtschaft. „Als eine der Medienhauptstädte ist es uns wichtig, die heterogene Struktur aus öffentlichen Anstalten und privaten Verlags- und Rundfunkhäusern zu erhalten“. Dies, so Sitte weiter, sei nicht nur wichtig im Hinblick auf zahlreiche Arbeitsplätze, sondern ebenfalls auf die Qualität des öffentlichen Diskurses. 

Als Kooperationspartner begleitet die Wirtschafts-News den Gutenberg-Talk. Über den Medienwandel sprachen wir in den vergangenen Wochen mit zahlreichen Menschen aus dieser Region, die in besonderer Weise davon betroffen sind. „Von Gutenberg bis Zuckerberg – Überleben oder Reichweite“, lautet der Titel des kommenden Gutenberg-Talks. Im Mittelpunkt steht das Problem vieler privater Verlags-, Rundfunk- und Sendeanstalten, Pay-Modelle einführen zu müssen, um zu überleben. Reichweitenverluste sind schon jetzt die Konsequenz dieser Entwicklung. Doch welche Auswirkung hat all dies auf den gesellschaftlichen Diskurs? Welche Werkzeuge gibt es, um die Schattenseiten des Medienwandels zu bekämpfen? Oder, wie Lars Reichow fragt, wie findet man einen Troll?