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Die Mainzelbahn kommt

Bild: MVG

Mainz - beim Streckenausbau der Mainzelbahn in Marienborn erreicht das Großprojekt der Mainzer Verkehrsgesellschaft, allseits bekannt als MVG, wahrlich Hoch- und Tiefpunkte. Die neue Tramtrasse muss an dieser Stelle zum einen die Autobahn A60 überqueren und zum anderen die Eisenbahnlinie zwischen Mainz und Alzey unterqueren. Besonders die Haltestelle „Marienborn Bahnhof“ wird zu einem wichtigen Knotenpunkt zwischen Straßenbahn und Deutscher Bahn sein. Neben den Arbeiten am Bahnhof in Marienborn beginnen diesen Monat auch schon die Vorbereitungen zum Brückenbau über die A60. Sollten diese nach Plan verlaufen, wird der Verkehr auf der Autobahn Mitte Oktober zum Bau des Brückenüberganges für ein ganzes Wochenende weiträumig umgeleitet werden.

Im Mai dieses Jahres hatten die Bauarbeiten der Mainzelbahnstrecke begonnen. Gebaut wird seitdem an mehreren Stellen gleichzeitig, um die Bauzeit bis Ende 2016 einhalten zu können. Die MVG hatte dieses Großprojekt ins Leben gerufen, da die Strecke zwischen dem Mainzer Hauptbahnhof und der Universität zu stark ausgelastet ist. Angaben der MVG zufolge, sind ein Viertel der Mainzer Fahrgäste Studenten, durch die die Auslastung der Strecke Hbf- Uni in den vergangen sieben Jahren um 19% erhöht wurde. Doch nicht nur die Studenten werden in Zukunft von der Mainzelbahn profitieren: Die Mainzelbahn wird ihre Gäste sowohl an die Coface- Arena zum Fußballschauen bringen als aber auch zum ZDF auf dem Lerchenberg oder weiter außerhalb liegende Gewerbegebiete. Ziel der MVG ist es, den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu machen. Dadurch sollen auch Parkengstellen und Verkehrsüberlastungen im Stadtzentrum vermieden werden. Jedoch rufen die Bauarbeiten auch anderenorts neue Parksituationen hervor. So zum Beispiel am Mainzer Lerchenberg, wo am Einkaufszentrum aufgrund der Umbauten Parkplätze entfallen. Problematisch sehen viele Bürger auch die Abholzung der Bäume auf der Strecke- und dies schon Monate bevor die Arbeiten überhaupt richtig beginnen. Auch der Wegfall anderer Linien beschäftigt viele Bürger. Gerade weil die Mainzelbahn mit ihren zukünftigen 16 Haltestellen mehrere Ortsteile abdeckt, werden andere Linien wie zum Beispiel Linie 54 wegfallen. Bei all diesen Maßnahmen mag sich der ein oder andere Mainzer Bürger sicherlich fragen, ob dieser Aufwand denn wirklich nötig ist, oder ob nicht einfach weitere Busse auf der Strecke zwischen Hauptbahnhof und Uni ausreichen. Doch allein weitere Busse als Transportmöglichkeit reichen nicht aus. Viele Busse sind einfach zu voll und gerade Straßenbahnen könnten hier eine Lösung darstellen, da sie mehr Personen befördern können. Darüber hinaus sind die Kapazität und die Straßenauslastung zwischen Hauptbahnhof und Universität erschöpft. Der Vorteil der Straßenbahnen liegt also nicht nur in der erhöhten Transportmöglichkeit, sondern auch in ihrer Lebensdauer. Straßenbahnen können im Schnitt 20 Jahre länger im Betrieb bleiben als Busse, weshalb sich deren Verwendung rechnet.  Finanziert wird dieses Projekt mit 44 Millionen Euro aus Bundesmitteln für ÖPNV- Projekte sowie 9,1 Millionen Euro vom Land Rheinland- Pfalz. Der Haushalt der Stadt Mainz wird somit nicht belastet, was bestimmt einige Bürger aufatmen lassen dürfte. Vielleicht mag dies den einen oder anderen Bürger, der sich von den Bauarbeiten der Mainzelbahn gestört fühlt, etwas milde stimmen.

Kerstin Kutscher